Rückblick Real Estate Days 2017


Take-Aways

Dr. Andrea Martel, Wirtschaftsredaktorin NZZ

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Fazit: Technologie, nicht Millennials verändern die Immobilienbranche
«Die Generation Y besteht zwar aus Digital Natives, aber das macht sie nicht zu anderen Menschen», so Andrea Martels Fazit zum Abschluss der NZZ Real Estate Days 2017. Der Einfluss neuer Technologien auf die Immobilienbranche dürfe allerdings nicht unterschätzt werden, fügte die NZZ-Wirtschaftsredaktorin im Gespräch mit Moderatorin Bigna Silberschmidt hinzu. Und: Es sei Zeit, dass sich die Schweizer Immobilienbranche zusammenraufe und einen eigenen Dachverband gründe – vielleicht nach deutschem Vorbild.


Beyond Generation Y: Zukunft der gebauten Umwelt

Josef Hargrave, Global Foresight Manager Arup

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Mehr Dienstleistungen, weniger Raum
Josef Hargrave wies die Konferenzteilnehmer in seinem Abschlussreferat am RED 2017 darauf hin, dass das Motto „smaller space, bigger lifestyle“ immer bedeutender werde. Neben dem Vermieten und Verkaufen von Raum, würden Dienstleistungen rund ums Wohnen immer gefragter. Immobilienfirmen würden so immer mehr zu Hotel-ähnlichen Institutionen und die Mitarbeiter bräuchten dadurch auch andere Fähigkeiten, so der Zukunftsforscher von Arup.
Weiter betonte der Deutsche Hargrave, dass die Planung und Umsetzung eines Projekts – gerade in der Bau- und Immobilienbranche – oft Jahre dauere. Deshalb sei es absolut zentral, sich in der Anfangsphase ausgiebig mit Zukunftsszenarien auseinanderzusetzen und laufend Anpassungen vorzunehmen. Nur so könne das Produkt langfristig den sich wandelnden Bedürfnissen der Gesellschaft nachkommen. Wichtige Entwicklungen für die Immobilienbranche seien zum Beispiel die alternde Gesellschaft und die Folgen des Klimawandels.

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Digitale Nomaden vs Analoge Baumenschen

Johannes Völkner, Gründer Nomade Cruise

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«Schweizer Skigebiete können zu Hotspots der Digital Nomads werden»
Johannes Völkner ist Pionier der „Digital Nomads“-Bewegung. Seit mehr als sieben Jahren arbeitet der Deutsche aussschliesslich online und reist dabei um die Welt. Um sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen, gründete Völkner den Digital Nomad-Guide webworktravel.com und organisiert als Gründer von Nomad Cruise seit zwei Jahren Kreuzfahrten für die Community. Der Lebensstil der Digital Nomads werde sich stark ausbreiten, zeigte sich Völkner in seiner Präsentation am RED überzeugt. «Zur Zeit gibt es weltweit rund 50'000 von uns, doch bereits in fünf Jahren werden wir mehr als eine Million sein.» Denn 30–40 Prozent aller Jobs könnten heute ortsunabhängig erledigt werden und die Infrastruktur für Digital Nomads verbessere sich ständig.
Durch die Bewegung ergeben sich auch neue Geschäftsfelder für die Immobilienbranche. «Bei digitalen Nomaden sind temporäre Co-Living-Angebote – am besten verbunden mit Coworking-Spaces und weiteren Dienstleistungen – beliebt.» Und obwohl in der Schweiz die Lebenshaltungskosten hoch sind, hätten Skigebiete das Potential, zu Hotspots für wintersportbegeisterte Digital Nomads zu werden, so Völkner.

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Radical Technologies: The Design of Everyday Life

Adam Greenfield, Gründer & Geschäftsführer Urban Scale

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Dank Technologie zur «Hybridized Urbanity»
Adam Greenfield plädierte in seinem Referat am RED dafür, neue Technologien gezielt für die Umgestaltung von urbanem Lebensraum nach neuen gesellschaftlichen Bedürfnissen einzusetzen. Technik allein reiche nicht, um modern zu bauen – egal wie futuristisch es aussehe, so der amerikanische Buchautor und Gründer von Urbanscale. „Eine traditionelle Teilung der Städte in Wohn-, Arbeits- und Industriezonen ist heute nicht mehr angebracht.“ Denn diese Bereiche würden sich in der Lebenswirklichkeit der Menschen immer mehr vermischen. Neue Technologien könnten diese Flexibilisierung, diese „Hybridized Urbanity“ unterstützen. Als Beispiel nannte Greenfield 3D-Drucker, die es schon bald ermöglichen würden, überall, einfach und on demand zu produzieren.

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TOGETHER! – Utopia with a business plan

Fabian Hörmann, Partner EM2N Architekten AG

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«Der Immobilienmarkt muss dem Bedürfnis nach kollektiven Wohnformen aktiv nachkommen»
Fabian Hörmann, Architekt von EM2N und Rockmusiker, stellte im ersten Referat des zweiten RED-Tages verschiedene alternative und kollektive Wohnformen vor. In der heutigen von unbeständigen Beziehungen, erhöhter Mobilität und disruptiven Arbeitswelten geprägten Zeit, sei gemeinschaftliches Wohnen längst nicht mehr nur für Hippies eine Option. „Kollektive Wohnformen kommen dem neuen Freiheitsverständnis und Gemeinschaftsgeist vieler Menschen entgegen“, erklärte Hörmann, der kürzlich die Ausstellung „Together“ im Vitra Design Museum mitkuratiert hat. Diesem Trend stehe die Trägheit des Immobilienmarkts entgegen. Strukturen müssten dringend angepasst und Städte im Hinblick auf die neuen Bedürfnisse aktiv gestaltet werden. Hörmann wies ferner auf den deutlich tieferen Ressourcenverbrauch des verdichteten, gemeinschaftlichen Wohnens im Vergleich zu traditionellen Wohnformen hin.

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Querdenker

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«Intuitiv getroffene Fehlentscheidungen verzeihen wir uns eher»
Als querdenkende Überraschungsgäste erörterten Roman Tschäppeler und Mikael Krogerus zum Abschluss des ersten RED-Tages 2017 auf humoristische Weise die Kunst des Entscheidens. Die Konferenzteilnehmer lernten von den beiden Buchautoren, dass Auswahl zwar fasziniert, aber vor allem verwirrt, dass wir uns intuitiv getroffene Fehlentscheidungen eher verzeihen als gut überlegte und dass die Wahrscheinlichkeit immer hoch ist, dass wir mit unseren Entscheidungen unzufrieden sind – egal ob wir ein pragmatischer und ein perfektionistischer Entscheidertyp sind. Letztlich, so der Finne und der Seeländer augenzwinkernd, sei eigentlich alles ganz einfach, gehe es doch schlicht darum, die richtige – und nicht die beste – Entscheidung zu fällen.

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Trend Radar

Pitches der drei Finalisten, Live-Voting und Auszeichung

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placeB self storage gewinnt „Trend-Radar“-Wettbewerb
Unter dem Motto „Trend-Radar“ sucht das RED jedes Jahr die innovativsten Immobilienprojekte und Anlageideen. Aus zahlreichen Bewerbungen wählte eine Jury um Jan Eckert drei Finalisten aus, welche die Gelegenheit erhielten, ihre Projekte in Interlaken live vorzustellen.
Die Firma placeB self storage bietet ihren Service vollständig digitalisiert an – vom Suchen und Buchen über das Bezahlen bis zum Öffnen des Lagerraums. Streetbox baut, verkauft und vermietet modulare Gewerbehallen, die wegen ihrer industriellen Fertigung zu tiefen Preisen angeboten und vielfältig genutzt werden können. Die letztes Jahr lancierte Plattform Atrium von der UBS vermittelt für institutionellen Anlegern Investments in Hypotheken auf Renditeliegenschaften. Im Live-Voting kürten die Konferenzteilnehmer placeB self storage zum Siegerprojekt des „Trend-Radar“ 2017.

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Effektive Interessenvertretung im politischen Kontext

Bärbel Schomberg, Vizepräsidentin ZIA

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Gemeinsame Interessen erkennen für den Dachverband
Als Vizepräsidentin baute Bärbel Schomberg den 2006 gegründeten Zentralen Immobilien Ausschuss ZIA in Deutschland zu einer einheitlichen und starken Interessenvertretung der Immobilienbranche in der Politik auf. In der Schweiz existiert bis heute kein vergleichbarer Zusammenschluss. „Damit ein Dachverband mit solch heterogenen Mitgliedern zustande kommt, ist es zentral, zu erkennen, welche gemeinsamen Interessen man überhaupt hat“, teilte die Immobilienexpertin ihre Erfahrungen mit den Teilnehmern des RED. Dazu gehörten Themen wie zum Beispiel Nachhaltigkeit und Städebauplanung, aber auch die Finanzmarktregulierung oder der War for Talents. Weiter betonte Schomberg, dass ein solcher Dachverband ohne zahlreiche ehrenamtliche Fufnktionäre nicht funktionieren könnte.

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NZZ Real Estate Award: Fonds

Andreas Loepfe, Managing Director CUREM Universität Zürich

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Swissinvest von Pensimo erhält NZZ Real Estate Award
Der diesjährige NZZ Real Estate Award geht an den Immobilienfonds Swissinvest von Pensimo. Damit wird der gleiche Fonds ausgezeichnet wie bei der letzten Award-Vergabe vor zwei Jahren. Das Ranking mit allen 22 bewerteten Fonds findet sich am 8. November in der NZZ-Verlagsbeilage zu den Real Estate Days.

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Pop-Up Stores: Retail of the next Generation

Mohamed Haouache, CEO & Mitgründer Storefront

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Retail on demand: Flexibilisierung von Verkaufsflächen
E-Commerce gewinne zwar an Bedeutung, aber Retail habe noch lange nicht ausgedient, erklärte Mohamed Haouache in seinem Keynote-Referat am RED. Im Gegenteil: „Die beste Beziehung zum Kunden wird immer offline, in der realen Welt aufgebaut“, so der CEO der 2012 gegründeten Vermittlungsplattform Storefront, dem Airbnb für Pop-up Stores. Das hätten mittlerweile sogar etablierte E-Commerce-Giganten wie Amazon begriffen und sich deshalb dazu entschieden, Pop-up Stores zu betreiben. Dass das befristete Mieten von Verkaufsflächen heute so beliebt sei, liege an der Flexibilität des Konzepts; es ermögliche schnelle Anpassungen und preislich präzises Kalkulieren. Ausserdem hätten die Pop-up Stores bei den potentiellen Kunden einen psychologischen Effekt: Ein zeitlich begrenztes Angebot wirke aufregender und die Zeit dränge, es zu nutzen, so der Franzose Haouache. Dank Storefront könnten Immobilienbesitzer ihre leerstehenden Geschäftsobjekte mit wenig Aufwand zwischenvermieten und gleichzeitig deren vielfältige Nutzungsmöglichkeiten präsentieren.

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New Insights: Exklusive Millenial Studie

Patrick Schnorf, Partner Wüest Partner

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Millennials sparen für Wohneigentum
Eine eigens für das RED verfasste Studie zur Generation Y am Wohnungsmarkt ergibt, dass die 20- bis 35-jährigen Schweizer zum Thema Wohnen eine überraschend traditionelle Einstellung haben. „Die Ansichten und das Verhalten der Millennials weichen nicht signifikant von jenem älterer Generationen ab“, so Patrick Schnorf, Autor der Studie und Partner von Wüest Partner, am RED. So sparen zum Beispiel ein Viertel der 20- bis 35-Jährigen für Wohneigentum und 70 Prozent können sich nicht vorstellen, ihren Wohnraum über Plattformen wie Airbnb zu vermieten und zu teilen. Auch wollen die Jungen nicht grundsätzlich in Städten wohnen, sondern sind nur wenig urbaner ausgerichtet als die über 35-Jährigen. Grosse und schöne Aussenflächen gehören für die Millennials denn auch zu den prioritären Auswahlkriterien bei der Wohnungssuche. Schliesslich hat für die Generation Y die Wohnungseinrichtung in Relation zur Wohnlage in den vergangenen Jahren an Relevanz gewonnen.

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Der Y-Mindset: Denkart und Weltsicht der Generation Y

Dr. Steffi Burkhart, Sprachrohr der Generation Y

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«Millennials wollen sinngetrieben arbeiten»
Im Eröffnungsreferat des RED 2017 gewährte Steffi Burkhart Einblick in den Mindset ihrer Generation – den Millennials. Die promovierte Gesundheitspsychologin betonte, dass die meisten 20 bis 35-Jährigen ein grundlegend neues Karriereverständnis hätten. «Die Millenials wollen sich horizontal und stark sinngetrieben entfalten», so die 32-jährige Deutsche. Zickzack-Lebensläufe seien deshalb zunehmend normal und nicht Ausdruck von beruflichem Versagen. HR-Abteilungen müssten das dringend erkennen, ansonsten gingen den Unternehmen sehr viele Talente verloren. Weiter wies Burkhart auf die hohe Mobilitätsbereitschaft der Generation Y und das durch eine digitalisierte Welt geprägte Denken hin.

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Begrüssung Real Estate Days 2017

Dr. Peter A. Fischer, Wirtschaftschef der NZZ

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Generation Y im Zentrum der NZZ Real Estate Days 2017
Am Donnerstagnachmittag begrüsste NZZ-Wirtschaftschef und Gastgeber Peter A. Fischer im Hotel Victoria-Jungfrau in Interlaken 260 Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus der Immobilienbranche, Politik und Wirtschaft zu den NZZ Real Estate Days RED 2017. Die persönlich eingeladenen Konferenzteilnehmer treffen sich am zweitägigen RED zum exklusiven Austausch und informieren sich über die neusten nationalen und internationalen Trends in der Immobilienbranche.
Im Zentrum der diesjährigen Konferenz unter dem Motto „Immollennials“ steht die Generation Y der zwischen 1980 und 1995 Geborenen. Denn schon in wenigen Jahren werden diese „Millennials“ und ihre von jenen älterer Generationen abweichenden Lebensentwürfe und Wertvorstellungen auch die Immobilienwirtschaft prägen.