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Michael Hermann

Eigentümer und Leiter, sotomo

Bereits während seines Studiums der Geographie, Volkswirtschaft und Geschichte an der Universität Zürich veröffentlichte Michael Hermann die Studie «Elfenbeinturm oder Denkfabrik». Am Geographischen Institut der Universität Zürich gründete er mit Studienkollegen die Forschungsgruppe sotomo – Sozialtopologie und Modernisierung.

Bekannt wurde er vor allem durch die Entwicklung des Smartspiders (Politisches Spinnenprofil - einer Art «Wetterkarte der Schweizer Politik». Michael Herrmann ist seit 2006 Eigentümer und Leiter des Analyse- und Umfrageinstituts sotomo und setzt sich mit sozialräumlichen Analysen, der Visualisierung sozialer und politischer Sachverhalte und Wahlumfragen auseinander. Er lehrt am Geographischen Institut der Universität Zürich, bis 2017 auch am Politikwissenschaftlichen Institut der Universität Zürich. Hermann ist Autor diverser Buchpublikationen, darunter «Was die Schweiz zusammenhält: Vier Essays zu Politik und Gesellschaft eines eigentümlichen Landes».

keynote | Deutsch

10.15 Uhr

Review
2019

«Es war vor allem eine Generationenwahl»

«Die letzten Wahlen zeigen eine Bewegung der Kräfteverhältnisse, wie wir sie in der Schweiz seit der Einführung des Proporzwahlsystems noch nie gesehen haben», sagte Michael Hermann. Es seien aber nicht einfach nur die «grüne Welle» und die Klimafrage gewesen, die zu einem Wahlsieg der Grünen und zum Linksrutsch geführt hätten. Die Parlamentswahlen vom 20. Oktober 2019 seien vor allem eine Generationenwahl gewesen. Es sei deshalb kein Zufall, dass auch die Frauenfrage aktuell viele beschäftige. «Wir sehen einen Generationengraben, wie es ihn seit 1968 nicht mehr gegeben hat», erläuterte der Politgeograf und Leiter der Forschungsstelle sotomo. Nachdem die Zuwanderung, Flüchtlingsströme und der Terrorismus in früheren Jahren viele verunsichert hätten, befänden wir uns seit einiger Zeit wieder in einer Phase der Stabilität. «Die jüngere Generation ist nicht mehr zufrieden mit dem Angebot der älteren Generation.» Und diese Entwicklung sei nicht einfach eine Welle, sondern werde einen anhaltenden Einfluss haben.

Hermann geht davon aus, dass sich im neuen Parlament links-liberale Anliegen wie die Individualbesteuerung oder die Legalisierung von Cannabis einfacher durchsetzen lassen werden. «Aber auch dieses Parlament wird wechselnde Mehrheiten haben und sich nicht nur mit der Klimafrage beschäftigen», betonte er.

Schliesslich wies Hermann darauf hin, dass die grossen Städte seit den 1990er Jahren immer linker geworden sind. Offensichtlich würden auch die reicheren Stadtbewohner eher links wählen sowie abstimmen und seien bereit, für die städtischen Wohnungen und Angebote viel zu bezahlen. Vermögende Menschen, die Steuern sparen und in einem grossen Haus wohnen wollten, würden hingegen aufs Land ziehen.